HISTAMININTOLERANZ-INFO
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"Ein intelligenter Vogel wählt den Baum aus, auf dem er rastet. "

aus dem Chinesischen

Das folgende entstammt aus: http://www.mastozytose.de

Mastozytose - Die Krankheit

Mastozytose ist eine seltene Krankheit, die in einer abnormen Vermehrung von Mastzellen besteht. Die Erkrankung betrifft Kinder wie Erwachsene und kommt in unterschiedlichen Formen vor. Kinder haben zumeist eine reine Hautmastozytose, die spontan verschwinden kann und deren Ursache noch nicht geklärt werden konnte.

Erwachsene dagegen haben in der Regel eine systemische Mastozytose, die chronisch verläuft. Hier liegt die Ursache für die Mastozytose in einer genetischen Mutation.

Mastzellen gehören zu den Zellen, die für die Abwehr im Organismus verantwortlich sind. Sie enthalten chemische Wirkstoffe, die sie freisetzen können, um ihre verschiedenen Aufgaben zu erfüllen. Auf Grund von Auslösern (Triggern) können diese Stoffe stetig oder akut ausgeschüttet werden. Die Symptome der Mastozytose werden durch die stark überhöhten Mengen dieser ausgeschütteten Wirkstoffe hervorgerufen. Sie können je nach Situation und auch von Person zu Person sehr unterschiedlich sein.

Häufig ist es schwierig, anderen Menschen bewusst zu machen, wie sehr Mastozytose das tägliche Leben beeinflussen und erschweren kann.

Formen der Mastozytose

Es gibt verschiedene Formen der Mastozytose:

  • Kutane Mastozytose (CM) mit ihren Unterformen
    • Urticaria pigmentosa (= makulopapulöse kutane Mastozytose)
    • Diffuse kutane Mastozytose (DCM)
    • Mastozytom der Haut
  • Indolente systemische Mastozytose (ISM)
  • Systemische Mastozytose mit assozierter klonaler hämatologische Nicht-Mastzell-Erkrankung (SM-AHNMD)
  • Aggressive systemische Mastozytose (ASM)
  • Mastzellleukämie
  • Mastzellsarkom
  • Extrakutanes Mastozytom

Die Häufigkeit der verschiedenen Mastozytoseformen ist bei Erwachsenen und Kindern unterschiedlich. Kinder haben häufiger CM, während erwachsene Patienten meist an ISM leiden. Die anderen Unterformen der Mastozytose werden selten diagnostiziert.

Symptome der Mastozytose

Mastzellen gibt es u. a. im Verdauungstrakt, in der Haut und auf der Schleimhaut der Atemwege. Wenn sie getriggert werden, setzen sie verschiedene Stoffe frei, wie z.B. Histamin, Heparin, Tryptase, Prostaglandine, Leukotriene und andere Cytokine. Die Wirkung dieser Stoffe auf den Körper verursacht die Symptome der Mastozytose, die von Patient zu Patient unterschiedlich sein können:

  • Juckreiz, Hitzewallung (Flush), Nesselausschlag
  • Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit
  • Magen/ Darm Blutungen, Nasenbluten,
  • erhöhte Neigung zu blauen Flecken
  • Knochen-, Muskel- , Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • vermehrte Reizbarkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
  • Schockähnliche Symptome bis zur Anaphylaxie

Wegen dieser möglichen Symptome sollten Mastozytosepatienten immer entsprechende Notfall-Medikamente mit sich führen (Antihistaminika, Cortikosteroide und ggfs. Adrenalin).

Mögliche Auslöser von Symptomen

Es gibt zahlreiche Auslöser (= Trigger) und so wie die Symptome von Patient zu Patient variieren, so unterschiedlich können auch die Trigger sein.

Als Trigger wurden schon beschrieben:

  • Medikamente: Kodein, Polymyxin B, Morphium, Dextran, Aspirin, Alkohol, Farbstoffe, Lokale Betäubungsmittel, Röntgenkontrastmittel. Besondere Vorsicht ist empfohlen bei Narkosen, da auch einige der üblicherweise für die Anästhesie verwendeten Medikamente Histaminfreisetzungen auslösen können.
  • Nahrungsmittel: Fisch und Krustentiere, histamin-haltige Lebensmittel, heiße und scharfe Speisen, Konservierungsmittel, künstliche Aromen, Farbstoffe
  • Alkohol, vor allem Rotwein, Weißbier, Sekt
  • Physische Faktoren: starke Temperaturwechsel, körperliche Anstrengung, Hitze, Kälte, Reibung (z.B. beim Abtrocknen oder von Kleiderbündchen), Sonnenlicht)
  • Psychische Faktoren wie z.B. emotionaler Stress.
  • Infektionen (vor allem viralen Ursprungs).
  • Insektengift und –stiche z.B. von Bienen, Wespen, Schlangen, Quallen.

Diagnose

Insbesondere bei Kindern, kann die Diagnose der Mastozytose aus der Vorgeschichte und dem klinischen Bild gestellt werden. Es bleibt die Frage, ob die Diagnose bei Kindern durch eine Hautprobe untermauert werden muss. Manchmal werden zwar weitergehende Tests nötig, man sollte sich allerdings immer fragen, welche Relevanz das Ergebnis eines solchen, zum Teil recht invasiven Tests, hätte. Häufig sind dazu auch lokale Anästhesien oder Narkosen nötig, die selbst Trigger von Mastozytosesymptomen sein können.

Bei Verdacht einer Hautbeteiligung:

  • Das Darier Zeichen wird häufig als erstes getestet. Dabei wird ein Fleck mit Hilfe eines Holzspatels gerieben, wobei Rötung, Pustelbildung und eine Art Hofbildung auftreten. Ein positiver Darier Test weist auf eine kutane Mastozytose hin.
  • Entnahme einer Haut-Biopsie (Hautprobe)

Bei Verdacht einer systemischen Beteiligung:

  • Eine Knochenmarks-Biopsie wird nicht routinemäßig bei allen Patienten mit einer Hautmastozytose durchgeführt, sondern erst dann, wenn der Verdacht einer systemischen Mastozytose besteht.

Regelmäßig werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Tryptasemessung im Blut
  • Blutbild, Elektrolyte, Leberwerte, alkalische Phosphatase
  • 24-Stunden-Sammelurin zur Messung der Histaminmetabolite und der Prostaglandine
  • Ultraschall des Oberbauchs- um einer mögliche Milz-oder Lebervergrößerung, sowie um vergrößerte Lymphknoten auszuschließen
  • Knochendichtemessung (mittels DXA)

Je nach weiteren Beschwerden können Magen-Darm-Spiegelungen erfolgen. Eine Leberbiopsie sollte niemals bei einer indolenten systemischen Mastozytose vorgenommen werden, sondern einem aggressiven Mastzellwachstum vorbehalten bleiben.

Therapiemöglichkeiten

Zur Zeit gibt es noch keine Heilung für Mastozytose, es gibt jedoch Möglichkeiten, die Symptome der Krankheit zu lindern. Bei einigen Patienten treten (zumindest zeitweise) keine Beschwerden auf – und damit ist bei ihnen nicht unbedingt eine Therapie notwendig. 

Bei Patienten mit Symptomen gibt es folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Erkennung und Vermeidung von Triggern
  • H1-Antihistaminika
  • H2-Antihistaminika
  • Mastzell-Stabilisatoren (z.B. DNCG)
  • lokal juckreizstillende Salben oder Puder
  • Leukotrien-Hemmer (Montelukast)
  • Adrenalin (bei Anaphylaxie)
  • Kortisonpräparate
  • Acetylsalicylsäure (Vorsicht: kann bei einigen Patienten als Trigger wirken und schwere Reaktionen hervorrufen)
  • Bestrahlung mit PUVA, UVA1 (nicht bei Kindern)
  • in manchen Fällen auch Interferon alpha 2b oder Zytostatika

Keine dieser Behandlungsmöglichkeiten schlägt jedoch bei allen Patienten gleich gut an. Ganz besonders wichtig sind die individualisierte Therapie und die gute Kommunikation und Zusammenarbeit der Patienten mit fachkompetenten Ärzten.

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